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Berufen im Verborgenen

Kennt ihr David aus der Bibel? Ich möchte heute über ihn schreiben und mit seiner Geschichte ermutigen! Wir kennen David als den Psalmenschreiber, den Dichter, den Sänger, nein! den begnadeten Musiker. Wir kennen David voll poetischer Texte, voll Gottvertrauen und immer im Austausch mit dem heiligen, allmächtigen Gott. Wir kennen ihn in verzweifelten Situationen und doch immer wieder neuen Mut schöpfend. David war ein Mann nach dem Herzen Gottes. Gott hat sich ihm immer wieder offenbart und ihn für große Aufgaben vorherbestimmt. Ja, er wurde sogar König von Israel! Aber halt! Kennen wir David nicht auch als einen kleinen Hirten, dem nichts zugetraut wurde?

David war der letzte der Söhne von Isai. Er war ein Niemandsmann aus dem Niemandsland, er hatte in seinem Leben noch nichts Großes geleistet oder geschafft. Er war einfach nur der kleinste Sohn, wurde Hirte. Vielleicht war er auch immer der in der Familie, der herumgeschickt wurde. So wie heute: „David, hol doch mal die Getränke aus dem Keller!“, „David, räum die Spülmaschine aus, deine Brüder möchten gerne zu Abend essen“. Das ist natürlich reine Spekulation, aber, wenn wir uns die Geschichte von David und Goliath genau anschauen, waren es auch die Brüder, die ihn zurückwiesen und ihn in der Botenrolle lassen wollten. Aber Gott sagt in 1. Samuel 16, 7: „Ich schaue nicht das an, was vor euren Augen ist, ich schaue das Herz an“. 

Herz – darum geht es wohl. Nicht um dein Aussehen, deinen Stand, deinen Beruf, nicht um dein Alter. Es geht darum wie dein Herz schlägt! Schlägt es für Gott? David hat in seiner jetzigen Situation trotzdem für Gott gelebt, er hat sich ihm in jeder Situation anvertraut. Wenn seine Schafsherde in Gefahr war, betete er und konnte Bären und Löwen überwältigen. Er war in kleinen Dingen voller Vertrauen und so mutete ihm Gott Größeres zu. David hatte ein Herz, dass sich nur nach Einem sehnt – nach Gemeinschaft mit Gott. Und das bevor er am Königshof berühmt wurde für seinen Lobpreis und seine Liedtexte. Gott hat ihn im Verborgenen geformt und in stark und fest gemacht für die großen Aufgaben, die alle noch auf ihn zukommen sollten. Damit hat David natürlich nicht gerechnet, trotzdem war er treu.

 

Doch wie sehen unsere Herzen aus? Wir wünschen uns doch am besten Erfolg über Nacht! Sofort volles Gottvertrauen haben, schnell ein tolles Gebetsleben haben und am besten alle guten und wichtigen Bibelverse auswendig können. Wir lesen ein Buch und erhoffen uns schnelle Veränderung. Doch Gott arbeitet ganz viel im Verborgenen, lange schon bahnt er große Prozesse an. Meistens erkennt man erst im Nachhinein warum das alles so passieren musste, warum man manche Prüfungen durchmachen musste und warum du Durststrecken mit Gott bewältigen solltest. Er arbeitet an dir! Er arbeitet lange im Vorraus, er bereitet dich für deine große Aufgabe vor. So wie er David vorbereitet hat, wenn ihm nachts auf dem Feld kalt war und er der Gefahr von wilden Tieren ausgesetzt war, er setzte alles auf Gott. Gott prüfte ihn im Kleinen und so wurde er zum Großen berufen.

 

Eine Freundin von mir hadert in letzter Zeit sehr, weil sie nicht genau weiß, für was sie berufen ist. Sie findet, dass sie nicht herausragend musikalisch ist, mittelmäßig Kochen kann, sich schwer tut vor vielen Menschen zu Reden. Sie ist immer bei Veranstaltungen dabei und total engagiert, aber ihren genauen Platz als Dienerin im Reich Gottes hat sie noch nicht erkannt. Sie hilft überall mit, wo sie kann, ist sich für Gartenarbeit und Putzaufgaben nicht zu schade, hat immer ein freundliches Wort auf den Lippen. Doch die Gedanken daran, dass sie nicht weiß, welche konkrete Aufgabe Gott in ihr sieht, zermürben sie. Doch was ist die natürliche Reaktion auf dieses Gedankengebäude? Natürlich! Sie vergleicht sich! Sie sieht die tolle Sängerin und fragt sich, warum sie das nicht sein könne. Sie sieht die tolle Gastgeberin und denkt sich, warum sie das nicht so auf die Reihe bekommt.

 

 

Wisst ihr, was wir eigentlich tun sollten? Wir sollten ins Gebet gehen! Wir sollten Gott darum bitten, dass er uns zeigt, wo der Weg mit ihm hingeht. Geben wir Gott all unsere tiefen inneren Gedanken ab! Er wird es belohnen! Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wie Gott mich durch Gebet verändert hat, wie er mir eine Aufgabe für sein Reich gegeben hat, die bis heute wächst und wächst. Aber das erzähle ich euch ein anderes Mal. 

6 Schritte, wie du deiner Berufung näher kommst:

1.       Prüfe dein Herz! Wie ist deine Herzenshaltung bei den kleinen alltäglichen Aufgaben in Gottes Reich? Vertraust du Gott auch im Kleinen? Gott beruft die Schwachen und nicht die, die sich schon stark fühlen!

2.       Mache deine derzeitigen Aufgaben treu! Freue dich über das, was du bis jetzt im Reich Gottes tun kannst, sei es nach dem Gottesdienst die Küche aufzuräumen.

3.       Bete für deine Berufung! Gott legt dir schon den Wunsch nicht ohne Grund in dein Herz. Er wird deine Gebete erhören, vielleicht auch anders, als du denkst!

4.       Sehe Prüfungen als Zeichen an, dass Gott an dir arbeitet und dass er dich formt, auch wenn es manchmal weh tut und man über Hürden springen muss.

5.       Sei bereit! Gott hat für jeden eine ganz besondere Aufgabe! Er offenbart sie dir zur rechten Zeit!

6.       Du hast deine Aufgabe gefunden? Werde in deiner Aufgabe nicht überheblich! Ich zitiere mal aus 1. Korinther 4, 7: „Was bringt dich überhaupt dazu, so überheblich zu sein? Ist nicht alles, was du hast, ein Geschenk Gottes? Wenn es dir aber geschenkt wurde, warum prahlst du dann damit, als hättest du es dir selbst zu verdanken?“

 

 

Lass dich von Gott beschenken, aber in dem Tempo, dass Gott für dich vorgesehen hat!

 

Eure Kiki