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Lebe im Hier und Jetzt!

Schau dich um! Hier, jetzt, da wo du gerade stehst oder sitzt. Wie geht es dir dabei? Liebst du, was du siehst? Kannst du gerade diesen Augenblick genießen oder siehst du die Stapel Arbeit auf deinem Schreibtisch, die Schublade, die dringend sortiert gehört oder den Wasserkocher, der unbedingt entkalkt werden muss? Fühlst du dich wohl, da wo du gerade bist? Kannst du mit voller Überzeugung sagen: Ja, ich lebe! Hier! Jetzt! oder ist es eher ein "ich kann das Leben genießen, wenn ich nur dies oder jenes erledigt habe"? Ich möchte dich ermutigen endlich zu leben! Das Hier und Jetzt zu leben, zu genießen! Ich möchte dich ermutigen mit deinen Gedanken in der Gegenwart zu sein und nicht in der Zukunft und doch das Ziel vor Augen zu haben! Warum und wie ich darauf komme? Weil ich selber in meinem Urlaub sehr viel lernen musste!


Ja, genau, in meinem Urlaub. Eigentlich ist Urlaub doch dazu da, die Seele baumeln zu lassen, all das zu machen, was man liebt und vor allen Dingen vom Alltag abzuschalten.  Dieses Mal musste ich Mitten im Urlaub erkennen, dass ich das bei weitem nicht geschafft habe. Aber von vorne:

 

Wir gehen Urlaub entspannt an, wir schauen auf den Wetterbericht und ziehen dann los: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Campingkocher und ein paar wichtige Dinge auf das Fahrrad geschnallt und je nach Wetterlage los. Dieses Mal hatten wir beide lange Urlaub und das Wetter wollte mitspielen, für die größte Tour, die wir bis jetzt gemacht haben: Zum Atlantik! Hört sich romantisch an, gell? 800 km Schlösser, naturbelassener Fluss und am Ende der große Ozean mit dem wunderbaren Geräusch, wenn er seine Wellen schlägt, unendlich weiter Sandstrand, der zum Spazieren gehen einlädt und die Sonne, die von morgens bis abends scheint und gute Laune macht. Wir zogen also los, mit dem Bus und dem Zug ging es nach Frankreich. Und ich hatte immer dieses Ziel vor Augen: Atlantik. 

Ich freute mich so und trat Tag für Tag in die Pedale. Möglichst schnell, möglichst viel schaffen. Keine ausgedehnten Frühstücke, keine unnötigen Fotos, keine Pause zu viel. Alles war getacktet und geplant (zumindest in meinem Kopf). Sogar das Essen war rationiert, denn wer wollte dabei noch ein paar Kilos verlieren: Ich... Wie konnte ich nur auf diese dumme , dumme Idee kommen? Habt ihr schonmal einen Menschen erlebt, der den ganzen Tag Sport macht, dabei zu wenig isst, den Tag vom Atlantik träumt und dabei noch das Gefühl hat, es doch nie zu schaffen - Nein? Mist! ich hätte echt einen Film von mir drehen sollen. Aber ich wollte unbedingt meine Ziele erreichen, sofort!

 

Doch alles kam anders: Der Wetterbericht für unseren Zielpunkt verschlechterte sich zunehmends. Der Gedanke von Bikini und Strand, Sonne und Meer musste sich aus meinem Kopf verabschieden. Es zerbrach wie ein Kartenhaus, dass ich mir so nach und nach aufgebaut habe. Der Grund warum ich unterwegs war, war aufeinmal nicht mehr so, wie ich wollte. Alle Anstrengung umsonst? Alle Hetze umsonst? 


Und ich sage Ja und Nein. 

JA. Ich hätte jeden Tag in unserem Urlaub genießen müssen! Wir sind an wunderschönen Ortschaften vorbeigedüst, haben uns abends früh schlafen gelegt um für den den nächsten Tag fit zu sein, haben Geld gespart um am Ende unseren Sieg zu feiern. Ich hätte viel mehr Lobpreis für die Schöpfung machen sollen. Die Morgensonne genießen und der Sonne beim Untergehen zusehen sollen.  Ich hätte mehr Gespräche mit Menschen suchen sollen und mich weniger an Gedanken über mich selbst gefangen nehmen lassen. Ich hätte mehr tanzen, singen und mich freuen sollen, als über jeden Hügel drüberzuhetzen.

 

Und doch Nein. Das Ziel vor Augen zu haben ist im Leben nie schlecht. Wir können über schlechte Tage besser hinwegsehen, wir können uns motivieren noch ein paar Kilometer mehr zu schaffen und nicht stehen zu bleiben. Wir können früher aufstehen, weil wir Lust haben den Tag komplett zu nutzen. Doch welchen Nutzen haben wir ganz persönlich davon, wenn wir immer nur unsere Ziele möglichst schnell erreichen wollen? 

 

Ja, wir können uns orientieren und motivieren, aber die meiste Zeit vergessen wir  so die Schönheit zu sehen. Im Urlaub habe ich nur meinen viel zu dicken Bauch gesehen, der dringend kleiner werden muss, statt meinen Blick nach vorne zu richten um das zu sehen, was Gott alles wunderbares gemacht hat. Und das ist doch genau das Problem mit unseren Alltagszielen. Wir stecken uns zu enge To-do Listen, die wir ernst und rationell erledigen.

 

Wenn du auch eine To-do-Liste hast, dann streiche doch jetzt einen Punkt und ersetze ihn durch:

- Eine Freundin anrufen und ihr einfach mal wieder zuhören und Zeit für sie haben oder

- Einen Spaziergang machen und einfach mal tief durchatmen und danke sagen, für die wunderbare Natur.

 

 

Beginne jeden Tag mit "Danke, dass ich leben darf. Hier und Jetzt." Entscheide dich bewusst dafür, dass jeder Tag wertvoll ist. Behalte deine Ziele im Blick, aber heute ist der Tag, den du leben und erleben darfst! 

 

Eure Königstochter Kiki